Meeples verklebt? So lösen Sie festsitzende Holzfiguren sicher

· von Olivia Moreau · 3 Min. Lesezeit

Meeples verklebt? So lösen Sie festsitzende Holzfiguren sicher

Wenn Meeples direkt aus der Verpackung aneinanderkleben, steckt dahinter fast immer derselbe Grund: Farbe oder Lack waren bei der Fabrikproduktion noch nicht ganz durchgetrocknet, als die Figuren verpackt wurden. Die gute Nachricht zuerst: Mit etwas Geduld und der richtigen Technik lassen sich die Holzfiguren in den allermeisten Fällen trennen, ohne dass etwas kaputtgeht. Wie genau, zeigt dieser Artikel Schritt für Schritt.

Warum kleben Meeples überhaupt zusammen?

In der Massenproduktion werden Holzfiguren meist im Batch lackiert oder gefärbt, danach geht alles schnell in die Verpackung, schließlich müssen Lieferfristen eingehalten werden. Trocknet die Farbschicht dabei nicht ausreichend durch, verbinden sich benachbarte Figuren auf drei typische Arten:

Besonders häufig trifft man das Problem bei Crowdfunding-Spielen an. Kein Wunder, die Produktionszyklen stehen dort oft unter enormem Zeitdruck, und für lange Trockenzeiten bleibt schlicht kein Puffer.

Schritt 1: Nicht mit Gewalt auseinanderreißen

Der größte Fehler: einfach ziehen oder drehen. Dabei reißt schnell ein Stück Lack ab, oder schlimmer noch, die empfindliche Holzform bricht ab, zum Beispiel direkt am Meeple-Kopf. Bevor Sie irgendetwas unternehmen:

  1. Prüfen Sie, wie viele Figuren tatsächlich betroffen sind.
  2. Fotografieren Sie den Ist-Zustand. Diese Bilder brauchen Sie womöglich später für eine Reklamation.

Schritt 2: Sanfte Trennmethoden ausprobieren

Methode 1: Einfrieren

Die verklebten Meeples für 30 bis 60 Minuten in den Gefrierschrank legen, am besten in einem kleinen Beutel. Kälte macht viele Lacke spröder, die Klebeverbindung löst sich dadurch deutlich leichter. Anschließend vorsichtig mit leichtem Druck auseinanderdrücken, nicht reißen.

Methode 2: Vorsichtiges Erwärmen

Ein Fön auf niedrigster Stufe, aus rund 20 cm Entfernung, kann den Lack minimal aufweichen, sodass sich die Figuren lösen, ohne dass das Holz leidet. Wichtig dabei: nie dauerhaft auf eine einzige Stelle zielen, sondern in kreisenden Bewegungen arbeiten. Wer hier zu ungeduldig ist, riskiert verlaufene Farbe.

Methode 3: Dünnes Werkzeug zum Hebeln

Eine alte Kreditkarte, ein Zahnstocher oder ein dünnes Lineal, vorsichtig zwischen die Figuren geschoben, trennt sie Millimeter für Millimeter. Langsam arbeiten, besonders an den schmalen “Hals”-Stellen der Meeple-Form, dort bricht es am schnellsten.

Methode 4: Isopropanol (nur bei sehr hartnäckigen Fällen)

Ein mit Isopropylalkohol (70 bis 90 %) getränktes Wattestäbchen vorsichtig an der Klebestelle anwenden. Vorher unbedingt an einer unauffälligen Stelle testen, manche Lacke verlieren dadurch Farbe, und das will niemand erst an der Vorderseite der Figur feststellen.

Was tun, wenn trotzdem Lack absplittert?

Kleine Absplitterungen sind meist kein Beinbruch, die Spielbarkeit leidet darunter so gut wie nie. Für die Optik gibt es trotzdem Optionen:

Reklamation beim Verlag oder Shop

Sind mehrere Figuren betroffen oder ist der Schaden deutlich sichtbar, lohnt sich der direkte Kontakt zum Hersteller:

Vorbeugung für die Zukunft

Bei neuen Spielen mit frisch lackierten Komponenten:

Fazit

Verklebte Meeples aus der Fabrik sind ärgerlich, aber in den meisten Fällen lösbar. Kälte, sanfte Wärme oder vorsichtiges Hebeln trennen die Figuren fast immer ohne bleibenden Schaden. Bleibt doch etwas kaputt, lohnt sich eine freundliche Anfrage beim Hersteller fast immer, Ersatzteile sind in der Brettspielbranche längst Standard, kein Grund zur Scham.

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